Lange bevor Richard Wagner 1872 mit seiner Familie nach Bayreuth zog, hatte er klare Vorstellungen von seinem Festspielort und Altersruhesitz. Seinen Ring des Nibelungen wollte er abseits der Ablenkung und Geschäftigkeit der „städtischen Civilisation“ im eigenen Theater aufführen.
Das leer stehende Markgräfliche Opernhaus lockte Wagner 1870 nach Bayreuth; der hochbarocke Theaterbau schien ihm aber für seine Zwecke ungeeignet. Die Stadt weckte angenehme Erinnerungen an eine frühere Reise und erschien ihm ideal als zukünftiger Festspielort und Altersruhesitz. Daher zog Wagner mit seiner Familie 1872 von Tribschen nach Bayreuth und begann den Bau von Haus Wahnfried. Die Errichtung des Festspielhauses am Grünen Hügel und die ersten Festspiele mit der Gesamt-Uraufführung des Ring des Nibelungen 1876 riefen internationales Interesse an Bayreuth als Festspielort hervor und führten prominente Festspielbesucher aus Musik und Literatur, Wirtschaft und Politik in die Stadt.
In der Zeit Cosima und Siegfried Wagners geriet der posthume Wagnerkult in einen nationalistischen Kontext mit antisemitischen Tendenzen, der den Boden für eine spätere, nationalsozialistische Inanspruchnahme Wagners und Bayreuths bereitete. Als Nazi-Hochburg wurde die Stadt 1945 zu einem Drittel zerstört – darunter auch Haus Wahnfried. Bis zum hundertjährigen Jubiläum der Festspiele 1976 wurde es als Richard-Wagner-Museum wiedererrichtet, das von der Richard-Wagner-Stiftung getragen wird.
Eine ausführliche geschichtliche Abhandlung von Dr. Sven Friedrich finden Sie hier.