Ein Wagner Wiedergänger von Bernhard Glocksin und Simon Stockhausen Ensemble der Neuköllner Oper Bernhard Glocksin: Dramaturgie Simon Stockhausen: Musik
New York. Die junge bolivianische Journalistin Mercedes interviewt George Warren, einen legendären Spekulanten und Gründer humanitärer Stiftungen. Ihr Thema: Kapitalismus und Gier. Auf einer brennenden Müllhalde bei Neapel raubt der 14-jährige Christo einer schwarzen Immigrantin den Schmuck. In Bombay schminkt sich Agni Devi, eine singende Tempelhure.
Fünf Menschen, fünf Lebenswege, die sich kreuzen und unterschiedlicher nicht sein könnten. Gemeinsam ist ihnen die Abhängigkeit von einer globalen Finanzwirtschaft und ihren legalen und illegalen Geschäften. Gemeinsam sind ihnen aber auch Gefühle wie Geschäftssinn, Ehrgeiz und Gier - Archetypen, die seinerzeit auch Wagner beschäftigten und die im Ring des Nibelungen so eindrücklich gestaltet sind. Ihren Nachhall zitiert Simon Stockhausen in seiner Musik zwischen Rückblick und Neukomposition.
Ein Schatten, ein Licht, das auf allen Figuren liegt in ihren Verstrickungen, Visionen und Träumen, in denen zuletzt auch die Meere brennen.
Inszenierung: Lilli-Hannah Hoepner, Musikalische Leitung: Lam Tran Dinh / Tobias Bartholmeß, Ausstattung: Markus Meyer, Dramaturgie: Bernhard Glocksin
Mit: Janko Danailow, Božidar Kocevski, Thorsten Loeb, Andrea Sanchez del Solar und Dennenesch Zoudé Musik: Jason Liebert, Holger Marseille, Christian Weidner
Die Neuköllner Oper
Die Neuköllner Oper ist ein Team von im Haus fest arbeitenden oder mit ihm verbundenen Theatermachern. Sie
ist ein Autoren- und Uraufführungstheater in einem vitalen Sinne
zielt auf ein undogmatisches Musiktheater aller und zwischen allen Sparten: mit einem offenen, dynamischen und kreativen Musikbegriff im Miteinander von E- und U
mag intelligentes Spiel mit Traditionen, Formen und gutem Humor
spielt für ein breites Publikum jenseits modischer Nischen zeigt ganzjährig bis zu 11 Produktionen (zumeist Ur- und Erstaufführungen) in ca. 250 Vorstellungen: Opern-Kompositionsaufträge, Opernbearbeitungen, Musicaluraufführungen, neue Genres, Koproduktionen/Ausbildungsprojekte mit Hochschulen und Musiktheater für Familien und „Kurze“.
Die „Neuköllner Oper“ entstand aus dem Widerspruchsgeist, die damals konventionell-bürgerlich besetzte Gattung „Oper“ so lebensnah wie möglich und überall, vor allem aber in sog. „kulturfernen“, „problematischen“ Bezirken wie Neukölln zu spielen. Zunächst als Einzelprojekte gefördert und an unterschiedlichen Spielorten aktiv, bespielt die Neuköllner Oper seit 1988 den ehemaligen Ballsaal in der Passage Neukölln. Als durch den Senat institutionell gefördertes Privattheater gilt sie als „dramaturgisch innovativstes Musiktheater Berlins“ und „Berlins viertes Opernhaus“, wie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Presse und Senat schreiben.
„Die Neuköllner Oper in der Karl-Marx-Straße ist Berlins kreativstes Musiktheater. Sie strahlt weit über den Bezirk hinaus mit Volksopern, Opern-Ausgrabungen, satirischen Adaptionen, musikdramatischen Experimenten und lebensnahen aktuellen Musicals. Humorvoll, kreativ, und immer auf den Menschen bezogen, setzt sie neue musikalische und inhaltliche Maßstäbe... Die Neuköllner Oper (NKO) ist als vierte Opernbühne der Stadt für diese wahrscheinlich unverzichtbarer als die eine oder andere der drei großen Opernbühnen.“ (aus den Evaluierungs-Gutachten über die Berliner Privattheater des Berliner Senats).